Spermiogramm: Das bedeuten die Messwerte

Ein Spermiogramm misst die Zeugungsfähigkeit (Fruchtbarkeit) des Mannes, indem das Ejakulat mikroskopisch und chemisch analysiert wird. Es wird üblicherweise bei Verdacht auf Unfruchtbarkeit bzw. eingeschränkter Fruchtbarkeit erstellt. Für die Beurteilung der Laborwerte des Spermiogramms werden die Referenzwerte der World Health Organization (WHO) herangezogen. 

Ein vollständiges Spermiogramm kann nur der Arzt, der mit entsprechenden Laborgeräten ausgestattet ist, erstellen. Es ist dazu erforderlich, dass der Mann fünf Tage vor der Entnahme enthaltsam ist. Spermiogramm Tests für "zu Hause" geben nur einen sehr eingeschränkten Blick auf die Qualität des Ejakulates und erfordern, dass sich der Patient genau an die Anweisungen hält.

Der Anteil der Männer mit einer normal guten Fruchtbarkeit ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken. In einer großen Analyse einer Vielzahl von Studien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde festgestellt, dass sich die Qualität der Spermien um mehr als die Hälfte verringert hat. Fachärzte sprechen davon, dass etwa jedes siebente Paar ungewollt kinderlos bleibt und in mehr als der Hälfte der Fälle der Mann (mit) die Ursache für die ausbleibende Schangerschaft ist.

Referenzwerte für ein Spermiogramm

Liegen die Laborwerte für das Spermiogramm im Bereich der Referenzwerte der WHO, so spricht man von "Normozoospermie". Die aktuellen Refenzwerte für ein Spermiogramm gemäß WHO sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

 

Erläuterung der Untersuchungswerte und Normwerte des Spermiogramms

Physikalisch-chemische Eigenschaften

Biochemische Eigenschaften

Beweglichkeit (Motilität)

Spermienkonzentration

Aussehen (Morphologie)

Anteil lebender Spermatozoen

Der Anteil lebender Spermatozoen im Ejakulat ("Vitalität") ist ein weiterer wichtiger Faktor, der die Qualität des Spermas und die Erfolgswahrscheinlichkeit der Befruchtung bestimmt. Im Labor kann man die Spermatozoen mittel eines speziellen Farbstoffes (Eosin) einfärben und zählt dann das Verhältnis gefärbter (toter) und ungefärbter, also vitaler Samenzellen.

Eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität)

Es gibt verschiedene Ausprägungen von eingeschränkter Fruchtbarkeit des Mannes. Sind zwar gesunde Spermatozoen vorhanden, aber in zu geringer Menge, so spricht man je nach Ausprägung von:

  • Oligozoospermie (weniger als 20 Mio. Spermatozoen pro Milliliter Ejakulat). Die Extremausprägung von Oligozoospermie nennt sich Kryptozoospermie (weniger als 1 Mio. Spermatozoen pro Milliliter),
  • Asthenozoospermie (weniger als 50% progressiv bewegliche Spermien aus Kategorie a und b, und gleichzeitig weniger als 25% schnell progressiv bewegliche Spermien aus Kategorie a),
  • Teratozoospermie (zu geringer Anteil normal geformter Spermien), und das
  • OAT-Syndrom (Oligoasthenoteratozoospermie): Kombination der drei oben genannten Befunde.

Bei Aspermie wird kein Ejakulat produziert, bei Azoospermie produziert der Mann zwar Ejakulat, aber es befinden sich keine Spermatozoen darin.